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Zu den erfreulichen Wiederentdeckungen der jüngsten Vergangenheit gehört der in Oldenburg geborene Landschaftsmaler Ernst Willers (1803-1880). Im Jahr 2000 wurde sein Werk erstmals seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in einem Museum präsentiert. Mehrere Ausstellungen und Publikationen sind inzwischen gefolgt und ein Werkverzeichnis befindet sich nunmehr in Vorbereitung. Im Jahr 2003 wird in der Casa di Goethe in Rom und in der Villa di Pisa in Olevano Romano erneut eine Auswahl seines römischen Landschaftswerks zu sehen sein. Die italienische und die griechische Landschaft bilden die zwei großen Themenkreise im Schaffen des Künstlers. Die deutschen Landschaften aus seiner nordwestdeutschen Heimat (Hasbruch) und dem Alpenland (Polling, Auer, Königsee) sind dagegen in privater Hand und öffentlichen Sammlungen selten und tauchen im Kunsthandel praktisch nicht auf. Ernst Willers war überzeugter Deutsch-Römer. Nach seiner Ausbildung lebte er 26 Jahre in Rom. Er war Teil der dortigen Kunstwelt und Ansprechpartner für viele neu angekommene Künstler aus Deutschland. Seine beliebtesten Studienorte waren die Äquerberge bei Olevano, die Albanerberge und die Campagna. Seine früheste Ausbildung hatte er in Düsseldorf Mitte der 1820er Jahre erhalten. Dorther rührte auch seine lebenslange Freundschaft zu Wilhelm Schirmer. Um 1830 ging er einige Jahre nach Dresden, wo er sich unter dem Einfluß Johann Christian Dahls zum Landschaftsmaler weiterbildete und mit der Technik der Ölstudie vertraut wurde. Zeitlenbens fertigte er Ölstudien unter freiem Himmel an, die Kenner zum Faszinierendsten rechnen, was wir heute von ihm besitzen. 1835 bis 1861 lebte er in Rom. Von dort reiste er zweimal, 1843 und 1857/58, im Auftrag des Großherzogs von Oldenburg nach Griechenland. In seinem Spätwerk, das nach der zweiten Griechenlandreise entstand, dominiert die Landschaft Griechenlands. Nach der Ernennung zum Großherzoglich-Oldenburgischen Hofmaler ließ er sich 1864 endgültig in München nieder, wo er 1880 starb. Hier ist seine Bekanntschaft mit dem Grafen Schack bemerkenswert, für den er zwei große Kompositionen schuf. Willers läßt sich mit gleichem Recht der Düsseldorfer und der Münchner Malerschule zurechnen. Den künstlerischen Nachlaß stellte der Schriftsteller und Romreisende Hermann Allmers 1880 in Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Kunstverein aus. 1881 übernahm Max Jordan die Schau mit über 200 Nummern in die Berliner Nationalgalerie. Danach wurde es jedoch still um den Maler, bis wir 1999 einen Teil dieses Nachlasses im Landesmuseums Oldenburg entdeckten, der dort seit vielen Jahrzehnten vollkommen unbeachtet lagerte. Die Qualität der großen Kohlezeichnungen und der faszinierenden Ölstudien erkennend, brachten wir den Stein ins rollen, der Willers hoffentlich bald wieder zu einer bekannten Größe im Kunstgeschehen machen wird. Es sollte dann nicht mehr möglich sein, dass in einer großen Ausstellung wie "Schirmer und seine Zeitgenossen", die 2002 in Karlsruhe und Aachen zu sehen war, nicht ein einziges Werk dieses Malers gezeigt wird. Oliver Gradel gilt heute als der maßgebliche Kenner des Malers und seines Oeuvres. Wer ein Bild von ihm besitzt oder glaubt, es zu tun, ist eingeladen, sich zur Bewertung, Einordnung oder Bestimmung an die Dr. Gradel & Dr. Köhn Kunstdienstleistungen zu wenden. Wir verschaffen Ihnen Gewißheit, fertigen auf Wunsch eine ausführliche Expertise und nehmen Ihr Bild ggf. in die Liste des in Vorbereitung befindlichen Werkverzeichnisses auf. Willers verwendete außer dem ausgeschriebenen Namen auch das Monogramm "E.W.". Weiterführende Literatur finden Sie im Literaturverzeichnis. |